Wann kann die Bank einen Kredit kündigen?

kredit_kuendigenDie Kündigung eines laufenden Kredits ist die Ausnahme, da der Bank an einer regulären Beendigung des Kredits gelegen ist und ein vorzeitiger Abbruch mit erhöhtem Bearbeitungsaufwand und dem Eintreiben des verbliebenen Kreditbetrags verbunden ist. Es gibt jedoch Fälle, in denen ein Kreditinstitut zum Mittel der Kündigung greift. Motiv der Kreditkündigung ist es, ein Ausfallrisiko zu vermeiden oder auf einen Teil des kreditierten Betrags zu begrenzen. In den Geschäftsbedingungen behalten sich die meisten Banken daher eine Kündigung des Kredits unter bestimmten Voraussetzungen vor.

Der häufigste Grund für eine Kredit-Kündigung ist ein Zahlungsverzug. Bleibt ein Kunde mit zwei Zahlungen oder einem bestimmten Prozentsatz der Kreditsumme im Rückstand, wird er angemahnt und unter Setzung einer Frist zur Nachzahlung des ausstehenden Betrags aufgefordert. Im Schreiben wird er über die drohende Konsequenz einer Kündigung des Kredits informiert. Bleibt die Zahlung aus, wird die Kündigung ausgesprochen und die gesamte Kreditsumme ist in einem Betrag zurückzuzahlen.

Wenn falsche Angaben im Kreditantrag erfolgten oder gefälschte Dokumente eingereicht wurden, kann auch eine fristlose Kündigung ausgesprochen werden. Ausschlaggebend ist, ob die inkorrekten Angaben einen Ausschlag zur Bewilligung des Kredits gaben. Dies kann Angaben zum Vermögen, den Einkommensverhältnissen und dem Arbeitsverhältnis betreffen. Bei einer fristlosen Kündigung wird gleichfalls der noch ausstehende Kreditbetrag in einer Summe eingefordert.

Eingeräumte Dispokredite können jederzeit gekündigt oder gekürzt werden, ohne dass ein vertragswidriges Verhalten des Kunden vorliegt. Hier räumen Banken allerdings auch eine längere Frist ein, um einen in Anspruch genommenen Dispokredit auszugleichen. Bei Kündigung eines Dispokredits erfolgt zudem keine Information an die Schufa.